Beratungslehrer

Stefan Eideloth

 

Neben meiner Arbeit als Englisch- und Musiklehrer, arbeite ich nun schon seit mehreren Jahren als Beratungslehrer an unserer Schule. Von April 2006 bis Oktober 2008 konnte ich mich berufsbegleitend auf diese Aufgabe vorbereiten. Es war und ist wie immer: trotz aller Vorbereitung durch Lehrgangswochen, Fallarbeit und Prüfungen - was in der Beratungsarbeit letztlich qualifiziert, sind doch die konkreten Erfahrungen mit Eltern und Schülern und dabei auch mit mir selbst.

 

Meine Arbeit umfasst ein breites Spektrum: Übertritte aus der Grundschule, Wechsel der Schulart, Hilfe bei der Wahl der Wahlpflichtfächer und später bei der Berufs- findung, Lern- und Leistungsprobleme, Prüfungsängste, Lese- und Rechtschreib- schwierigkeiten, Motivationsprobleme, Mobbingsituationen und immer wieder ganz private Probleme von Schülerinnen und Schülern.

 

Mir gefällt dieser zusätzliche Tätigkeitsbereich - das selbständige Arbeiten, die Gespräche mit Schülern, Eltern und auch Kollegen, die Suche nach Wegen aus einer Krise, das Erlebnis, Trost, Hoffnung oder eine Lösung zu vermitteln, aber auch ganz einfach die Abwechslung zu meiner sonstigen Aufgaben als Englisch- und Musiklehrer.

 

Verraten möchte ich dabei auch, was mir Kummer macht. Es sind die vielen aggressiv präsenten Erzieher wie Fernsehen und Internet, die mit ihren plakativen Glücksver- sprechen viele junge Menschen zu unreflektiertem Konsum, Trägheit und Gleich- gültigkeit verlocken. Ich stelle mir Schule als einen Ort vor, der - neben wertvollem Wissen - auch Grundhaltungen vermittelt, die wirklich glücklich machen. „Das Glück kommt auf dem Rücken der Tugend“, lautet ein philosophischer Grundsatz. Zu diesen Tugenden gehören für mich u.a. Zuverlässigkeit, Anstrengungsbereitschaft und Für-einander-dasein, aber auch Muße und Stille.

 

In meiner Arbeit ziehe ich mit vielen an unserer Schule an einem Strang. Bedanken möchte ich mich bei allen, die mich bei meiner Aufgabe unterstützen. Dazu gehören unsere beiden äußerst hilfsbereiten Sekretärinnen, Frau Hahn und Frau Schaub, das Legasthenie-Tandem, Frau Ulrike Lutz und Frau Stefanie Maier, und all meine Kolleginnen und Kollegen.

 

Begabung für sich bedeutet nichts. Wenn ein junger Mensch nicht an seine Begabung glaubt und nicht bereit ist, an seiner Begabung zu arbeiten wie an einer Bildsäule, verkümmert sie.“

 

Diesen Worten eines ehemaligen Leiters der Internatsschule Salem schließe ich mich voll und ganz an.

 

Auf dem Weg zu dieser „Bildsäule“ bzw. dem je eigenen Lebensprofil beraten, ermutigen und begleiten zu dürfen, empfinde ich als eine herausfordernde und schöne Aufgabe.